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Erste Schritte...

Sie haben soeben die Diagnose Zöliakie erhalten. Viele nehmen diese mit großer Erleichterung zur Kenntnis, wenn vorher ein langer Leidensweg von Arzt zu Arzt über Jahre stattgefunden hat und man nun endlich den Grund für all die Beschwerden kennt und vor allem weiß, dass die Behandlung nur eine andere Ernährung ist und weder ständig Medikamente noch Operationen erforderlich sind. Andere, die durch Zufall, z.B. bei einem Verwandten-Screening, diagnostiziert wurden und keine Beschwerden haben, werden vielleicht der neuen Situation sehr ablehnend gegenüber stehen. Eine gute Nachricht: Studien beweisen, dass die Lebensqualität nach Einhaltung der glutenfreien Ernährung besser ist, auch wenn man sich vorher nicht beeinträchtigt gefühlt hat.

Für beide Gruppen ist es notwendig, sich mit der glutenfreien Ernährung vertraut zu machen. In der Regel gibt es dazu viele Fragen und man benötigt erst einmal sehr viele Informationen und vielleicht auch Hilfe, um mit der neuen Situation umzugehen. Nur sehr wenig Ärzte informieren ausreichend. Ein Gesprächstermin bei der Diätologin im Krankenhaus findet oft erst einige Wochen nach der Diagnose statt.

Damit die Umstellung möglichst gut gelingt, haben wir im Folgenden die wichtigsten Tipps und Informationen zusammengestellt:


Werden Sie Mitglied in unserer Arbeitsgemeinschaft

Als Mitglied erhalten Sie das  Zöliakie-Handbuch, den Zöliakie-Pass sowie unsere laufenden Aussendungen: 4 Vereinszeitungen pro Jahr, Überarbeitungen und Ergänzungen der Handbuch-Abschnitte, Einladungen zu medizinischen Vorträgen, Kochkursen, Gruppentreffen usw.

Sie werden erfahren, dass andere Zöliakie-Betroffene sehr gut mit der Diät zurechtkommen, Urlaube und Reisen problemlos möglich sind und werden sich nicht allein gelassen fühlen. Wenn Sie unser Handbuch lesen, werden Sie darin alle Antworten auf Ihre Fragen finden. Sollten Sie darüberhinaus noch weitere Fragen haben, sind wir für Sie gerne erreichbar – siehe Kontakte. Aber bedenken Sie bitte, dass alle Landesleiter ehrenamtlich arbeiten, alle berufstätig sind und daher nicht stets sofort telefonisch erreichbar sein können. Hinterlassen Sie bitte Ihre Nachricht am Anrufbeantworter und sprechen Sie langsam und deutlich Ihre Telefonnummer.

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Der Einkauf von glutenfreien Lebensmitteln

Für eine sichere glutenfreie Ernährung sind die Broschüren „Glutenfreie Lebensmittel" aus dem Abschnitt 2 des Zöliakie-Handbuches unumgänglich. Rund 10.000 Produkte sind darin aufgelistet. Diese Informationen finden Sie auch auf unserer Homepage im Mitglieder-geschützten Bereich mit Abfragemöglichkeiten nach Produkten, Produktgruppen, Marken und Hersteller. Durch diese Informationen ersparen Sie sich das mühevolle Lesen aller Verpackungen, wenn Sie vor den Regalen im Supermarkt stehen und können gezielt nach diesen Produkten suchen. Trotzdem ist es notwendig, sich mit dem Lesen der Zutatenliste auf den Lebensmitteletiketten anzufreunden. Alles Wissenswerte über die Lebensmittelkennzeichnung finden Sie im Teil 1 dieser Broschüren. Sicher wird Sie verwirren, wenn Sie „kann Spuren von Weizen“ oder ähnliches auf einer Verpackung lesen. Den Umgang mit diesen Warnhinweisen haben wir ebenfalls im Teil 1 erklärt.

Die glutenfreien Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs, die im Teil 2 und 3 aufgelistet sind, finden Sie in den diversen Supermärkten. Die Bezugsquellen der speziellen Diätprodukte, die mit dem internationalen Glutenfrei-Symbol, der durchgestrichenen Ähre, gekennzeichnet sind, finden Sie im Abschnitt 3 unseres Zöliakie-Handbuches sowie Hersteller-bezogen im Teil 1 der Broschüren „Glutenfreie Lebensmittel“.

Kaufen Sie keine Mehle wie z.B. Maismehl, Buchweizenmehl usw. sowie Maisgrieß oder diverse Flocken, die nicht das Glutenfrei-Symbol haben. Diese Produkte sind oft kontaminiert, da in derselben Mahl- und Abfüllanlage auch glutenhältige Mehle vermahlen bzw. abgefüllt werden.
 

Die glutenfreie Ernährung – was ist zu beachten?

Die kompletten Informationen finden Sie auf den Seiten 7 bis 24 im Teil 1 der Broschüre „Glutenfreie Lebensmittel“. Bereits sehr geringe Mengen glutenhältiger Substanzen können den Entzündungsprozess der Dünndarmzotten wieder verursachen. Daher ist es sehr wichtig, die glutenfreie Diät streng einzuhalten. Dies betrifft sowohl den Einkauf von ausschließlich glutenfreien Lebensmitteln als auch die entsprechende Verarbeitung in der Küche. Eine konsequente Trennung von glutenhaltiger und glutenfreier Kost im Haushalt ist absolut notwendig, wenn ein Familienmitglied Zöliakie hat.
 

Küchenhygiene und Küchenutensilien

Sauberkeit sollte in jeder Küche selbstverständlich sein, dann kann es auch nicht zu Kontaminationen mit glutenhältigen Speise- oder Lebensmittelresten kommen. Trotzdem möchten wir der guten Ordnung halber in Erinnerung rufen, wo sich eventuell glutenhältige Mehl- oder Bröselrückstände befinden könnten, die man nicht so sehr beachtet hat und die nun entfernt werden müssen. Einige Beispiele: Mehlstaub oder Bröselreste am Boden von Küchenkasteln, in Brotkörben, auf Brotschneidemaschine, im Brotbackautomat; in Kuchenformen, auf Backblechen, auf Arbeitsflächen oder Schneidebretter.

Die ständige Reinigung von Toaster ist bei manchen Geräten oft mühsam und schwierig. Daher  wäre es besser, einen eigenen Toaster für glutenfreis Brot zu verwenden. An sonst ist es nicht notwendig, eigene Pfannen oder Töpfe oder sonstige Küchenutensilien zu besorgen. Wenn diese sauber gewaschen sind, können immer sowohl glutenhältige als auch glutenfreie Speisen zubereitet werden. Ausnahme: Getreidemühle! In einer Getreidemühle darf nicht abwechselnd glutenfreies und glutenhältiges Getreide gemahlen werden, hier kommt es zu hohen Kontaminationen! Eine komplette Reinigung ist kaum möglich.

Ein Tiefkühlgerät ist vorteilhaft für die Vorratshaltung.


Zubereitung von Speisen

Wenn sich im Haushalt sowohl glutenhaltige als auch glutenfreie Lebensmittel befinden, sollten diese getrennt gelagert werden, um Verwechslung oder Kontamination zu vermeiden. Hilfreich sind unsere „Glutenfrei-Sticker“, das sind Klebeetiketten mit dem Glutenfrei-Symbol, um z.B. die Behälter von glutenfreien Mehlen, Bröseln, Brot oder Kuchenstücken zu kennzeichnen.

Die glutenfreien Lebensmittel müssen immer getrennt von den glutenhältigen gekocht bzw. zubereitet werden, sodass es zu keinem Kontakt mit den glutenhaltigen Lebensmitteln kommen kann. Einige Beispiele: Keinesfalls glutenfreie panierte Schnitzel in derselben Pfanne zubereiten wie die glutenhältigen panierten Schnitzel. Verwenden Sie zwei verschiedene Kochlöffel zum Umrühren oder Zubereiten von glutenfreien und glutenhältigen Speisen. Kochen Sie nicht glutenfreie Teigwaren im selben Kochwasser, wo zuvor glutenhältige Teigwaren gekocht wurden.


Zöliakie in der Familie

In der Praxis hat sich sehr bewährt, für alle Familienmitglieder weitgehendst glutenfrei zu kochen, vor allem, wenn nur eine geringe Menge Mehl in einer Speise enthalten ist wie z.B. in gebundener Suppe, Soße, Naturschnitzel etc. Hier kann man ganz leicht das Weizenmehl mit einer glutenfreien Mehlmischung ersetzen, ohne dass sich der Geschmack der Speise verändert. Probieren Sie die unterschiedlichen Mehle aus, welche Marke Ihnen am angenehmsten ist.

Beinahe von allen Lebensmitteln des allgemeinen Verzehrs gibt es auch welche mit glutenfreier Rezeptur. Wie bereits erwähnt, haben wir insgesamt über 8.000 Produkte in unseren Broschüren „Glutenfreie Lebensmittel“, wobei die Fleisch- und Wurstwaren nicht mitgerechnet wurden, da diese fast alle glutenfrei sind.

Bitte beachten Sie den psychologischen Aspekt, wenn Sie ein Kind mit Zöliakie haben: Schließen Sie es nicht von bestimmten Mahlzeiten aus sondern geben Sie ihm eine glutenfreie Variante, wenn es nicht möglich ist, die Speise für die ganze Familie glutenfrei zu kochen z.B. verschiedene Teigwarengerichte. Manche Familien essen sogar aus Solidarität mit dem Kind auch glutenfreies Brot sowie glutenfreie Teigwaren und andere spezielle Diätprodukte. In diesem Fall muss man aber das Kind darauf vorbereiten, dass es außerhalb der Familie Speisen gibt, die es nicht essen darf.


Glutenfreie Ernährung im Kindergarten, Schule bzw. im Berufsleben

Falls Ihr Kind Zöliakie hat, suchen Sie den Kontakt zum Kindergarten bzw. zur Schule und informieren Sie Lehrer und Betreuer über die Notwendigkeit der glutenfreien Ernährung. Dafür ist unser Folder „Zöliakie – was ist das?“ sehr hilfreich. Ihr Landesleiter sendet Ihnen gerne diesen Folder in der gewünschten Anzahl. Beachten Sie bitte auch den Artikel „Wenn Kinder allein verreisen“ im Zöliakie-Handbuch Abschnitt „Urlaub und Gastronomie“ auf Seite 69.

Einige Firmen erzeugen glutenfreie Fertigmenüs und beliefern Kindergärten und Gemeinschaftsverpflegungen. Diese Auflistung finden Sie im Teil 1 unserer Broschüren „Glutenfreie Lebensmittel“.

Berufstätige sollten versuchen, mit dem Kantinenkoch zu sprechen, um nach Möglichkeit auch glutenfreies Essen zu erhalten. Viele Betroffene haben sehr gute Erfahrung mit dem „Wirt um’s Eck“, der vieles glutenfrei zubereitet. Wenn sie höflich fragen und ausreichend informieren, wird man sicher Ihre Ernährungsbedürfnisse berücksichtigen.
 

Internetforen und Websites
 
Leider sind manchmal auf Firmen-Websites Informationen über Zöliakie oder die glutenfreie Ernährung zu finden, die nicht richtig sind. Vorsicht auch bei Eintragungen über Zöliakie und die glutenfreie Ernährung in den diversen Internetforen. Wenn Sie dies alles lesen, werden Sie im besten Fall verwirrt sein, im schlimmsten Fall vollkommen neurotisiert.

Hilfreich können Urlaubs- und Reiseberichte bzw. Erfahrungen in Restaurants sein. Diese Eintragungen finden Sie auch auf unserer Homepage unter Erfahrungsberichte.

Denken Sie immer dran:

Lebensqualität und Glutenfreiheit lassen sich vereinbaren! Betrachten Sie Ihre glutenfreie Ernährung als Herausforderung, nicht als Katastrophe!
 

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